Suche

Was passiert eigentlich abseits des Spielfelds, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Eishockeyspielern geht? Hinter jedem Einsatz auf dem Eis steht ein eingespieltes Team aus Fachpersonen, das sich täglich um Gesundheit, Prävention und Regeneration kümmert. Von der ersten Diagnose über gezielte Therapieansätze bis hin zum erfolgreichen Comeback – die Arbeit des Medical Teams ist ein entscheidender Faktor für nachhaltige Performance im Spitzensport.

Im Gespräch mit Sandro Kolb aus dem Medical Team der ZSC Lions erhalten wir spannende Einblicke in den Alltag hinter den Kulissen. Er erklärt, welche Herausforderungen die Betreuung von Eishockeyspielern mit sich bringt, wie moderne Regenerations- und Präventionskonzepte umgesetzt werden und warum Teamarbeit dabei eine zentrale Rolle spielt.


Verletzungsprävention und -behandlung:
Welche besonderen Herausforderungen bringt die Arbeit mit Hockeyspielern mit sich? Wie sorgt das Team für die optimale Regeneration und Prävention?

Sandro: «Die Arbeit mit Eishockeyspielern bringt besondere Herausforderungen mit sich – vor allem, weil kein Athlet dem anderen gleicht. Jeder Spieler ist individuell: Schmerzgrenzen variieren, Verletzungen unterscheiden sich in Art und Ausprägung, und auch die Wahrnehmung von Beschwerden ist sehr unterschiedlich. Genau diese Individualität steht im Zentrum der medizinischen und therapeutischen Betreuung.

Im Falle einer Verletzung begleiten wir unsere Spieler konsequent durch den gesamten Prozess – von der Erstbehandlung bis hin zum vollständigen Comeback auf dem Eis. Dabei setzen wir auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ein zentraler Partner ist die Schulthess Klinik, mit der wir eng vernetzt sind. Gemeinsam mit Gerry Büsser, Head of Medical Team, gewährleisten wir eine umfassende medizinische Betreuung. Dazu gehören unter anderem bildgebende Verfahren wie Röntgen sowie weiterführende ärztliche Untersuchungen. Auch der Austausch mit weiteren Spezialisten und Partnern ist ein wichtiger Bestandteil unseres Netzwerks.

Ein ebenso zentraler Fokus liegt auf der Prävention. Bereits in der Off-Season wird gemeinsam mit dem Coaching Staff ein gezielter Trainingsaufbau gestaltet, um die Spieler optimal auf die kommende Saison vorzubereiten. Gleichzeitig berücksichtigen wir, dass viele Athleten individuelle Ansätze verfolgen möchten – hier schaffen wir die Balance zwischen strukturiertem Teamkonzept und persönlicher Betreuung. Besonders junge Spieler werden dabei intensiver begleitet, während erfahrene Athleten oft eigenverantwortlicher arbeiten.

Präventive Massnahmen umfassen unter anderem regelmässige Massagen sowie eine kontinuierliche Beobachtung des körperlichen Zustands der Spieler. Sobald sich erste Anzeichen für mögliche Probleme zeigen, greifen wir frühzeitig ein. Ergänzend dazu führen wir regelmässig Tests durch – sowohl im therapeutischen als auch im medizinischen Bereich, teilweise in Zusammenarbeit mit der Schulthess Klinik. Ziel ist es, Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern, bevor daraus ernsthafte Verletzungen entstehen. Diese Kombination aus individueller Betreuung, enger medizinischer Vernetzung und proaktiver Präventionsarbeit bildet die Grundlage für eine nachhaltige Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Spieler.»

Ausrüstung und Unterstützung: Wie wichtig ist die richtige Ausrüstung für die Prävention und Behandlung von Verletzungen? Gibt es spezielle Anforderungen an Materialien oder Designs?

Sandro: «Die richtige Ausrüstung spielt im Eishockey eine entscheidende Rolle – sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung von Verletzungen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Schutz, sondern zunehmend auch um Funktionalität, Gewicht und Materialeigenschaften.

Ein zentraler Faktor ist das Gewicht der Ausrüstung. Gerade bei Schlittschuhen hat sich in den letzten Jahren viel getan: Sie sind deutlich leichter und technologisch moderner geworden. Diese Entwicklung trägt dazu bei, die Belastung für die Spieler zu reduzieren und die Beweglichkeit auf dem Eis zu verbessern. Dennoch besteht weiterhin Optimierungspotenzial.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Einfluss von Feuchtigkeit. Durch intensives Schwitzen während Training und Spiel kann die Ausrüstung zusätzlich an Gewicht zunehmen. Das wirkt sich nicht nur auf die Performance aus, sondern kann auch die Ermüdung erhöhen – ein Faktor, der wiederum das Verletzungsrisiko beeinflussen kann.

Deshalb sind moderne Materialien und durchdachte Designs entscheidend. Sie müssen nicht nur leicht und robust sein, sondern auch atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Ziel ist es, die Spieler bestmöglich zu unterstützen, ohne sie zusätzlich zu belasten.

Insgesamt zeigt sich: Die Ausrüstung ist ein wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Präventionskonzepts – und entwickelt sich stetig weiter, um den hohen Anforderungen im Eishockey gerecht zu werden.»

Regenerationstechniken: Welche Regenerationstechniken setzt ihr in der Saison ein? Hat sich hier durchmoderne Ausrüstung oder Technik in letzter Zeit etwas verändert?

Sandro: «Regeneration ist ein zentraler Bestandteil im Saisonalltag eines Eishockeyspielers. Um die hohe Belastung durch Training und Spiele auszugleichen, setzen wir auf eine Kombination aus bewährten und individuell angepassten Regenerationstechniken.

Zu den klassischen Massnahmen gehören unter anderem Massagen, gezieltes Stretching, Auslaufen sowie Kälteanwendungen wie Cold Tubs. Ergänzend dazu nutzen viele Spieler auch die Sauna zur Unterstützung der Erholung. Grundsätzlich stellen wir ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung – mit dem Ziel, für jeden Athleten die optimale Regenerationsstrategie zu finden.

Denn genau hier liegt der entscheidende Punkt: Regeneration ist hochindividuell. Jeder Spieler hat unterschiedliche Bedürfnisse, reagiert anders auf Belastungen und bevorzugt bestimmte Methoden. Deshalb passen wir die Massnahmen gezielt an den einzelnen Spieler an. Gleichzeitig bringen wir unsere fachliche Expertise ein und beraten aktiv, welche Ansätze aus therapeutischer Sicht sinnvoll sind, um den Spieler möglichst effizient wieder in Topform zu bringen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die enge Zusammenarbeit im gesamten Staff. Gemeinsam mit den Coaches stimmen wir regelmässig ab, welche zusätzlichen oder alternativen Regenerationsmöglichkeiten sinnvoll sind – insbesondere im Bereich der aktiven Erholung.

Auch der tägliche Austausch mit den Spielern spielt eine zentrale Rolle. Viele Athleten kommen eigenständig auf uns zu, wenn sie Unterstützung benötigen. Gleichzeitig behalten wir den Überblick und sprechen Spieler gezielt an, wenn wir feststellen, dass sie längere Zeit keine therapeutische Betreuung in Anspruch genommen haben. Dieser kontinuierliche Dialog ermöglicht es uns, frühzeitig zu reagieren und die Regeneration optimal zu steuern.

So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur auf Methoden basiert, sondern vor allem auf individueller Betreuung, Kommunikation und Vertrauen.»

Zusammenarbeit mit dem Team: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Trainern und Spielern, um eine optimale körperliche Verfassung sicherzustellen?

Sandro: «Die körperliche Verfassung der Spieler auf höchstem Niveau sicherzustellen, ist immer eine Teamleistung. Hinter einem Eishockeyteam steht ein komplexes Netzwerk aus Fachpersonen, die eng zusammenarbeiten und ihre Expertise bündeln.

Die sportliche Leitung liegt beim Headcoach, unterstützt von Assistenztrainern und dem Goaliecoach. Ergänzt wird das Trainerteam durch den Conditioning Coach, der für die athletische Entwicklung und Belastungssteuerung verantwortlich ist. Parallel dazu spielen auch die Materialverantwortlichen eine wichtige Rolle, da sie sicherstellen, dass die Ausrüstung optimal auf die Bedürfnisse der Spieler abgestimmt ist.

Im medizinischen Bereich kümmern wir uns gemeinsam mit unseren Kollegen um die Gesundheit der Spieler – von der Prävention bis zur Rehabilitation. Dabei stehen wir in engem Austausch mit Gerry Büsser, mit dem alle medizinischen Themen abgestimmt werden. Zusätzlich arbeiten wir mit externen Partnern wie Reha for Health zusammen, deren Team gezielt auf die verschiedenen Mannschaften aufgeteilt ist.

Ein zentraler Bestandteil dieser Zusammenarbeit sind regelmässige Meetings. Einmal im Monat findet ein Austausch mit dem gesamten Medical Team statt, um aktuelle Themen, Spielerzustände und weitere Massnahmen zu besprechen. Darüber hinaus ist der tägliche, informelle Austausch mindestens genauso wichtig – sei es im Stadion, auf Reisen oder auch einmal bei einem gemeinsamen Kaffee.

Was diese Zusammenarbeit besonders macht, ist der starke Teamzusammenhalt. Über die Saison hinweg verbringen wir sehr viel Zeit miteinander, oft mehr als mit der eigenen Familie. Durch die vielen Auswärtsspiele und Reisen ist der Alltag fordernd und verlangt auch persönlich einiges ab. Umso wichtiger ist es, dass das Team funktioniert, Vertrauen besteht und man sich gegenseitig unterstützt. Diese enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit bildet die Grundlage dafür, dass wir in jeder Situation das Bestmögliche für die Spieler herausholen können.»

Erfolgserlebnisse: Gibt es einen besonderen Moment in der Saison, in dem die Arbeit des medizinischen Teams einen entscheidenden Unterschied gemacht hat?

Sandro: «Die grössten Erfolgserlebnisse im medizinischen Bereich sind oft nicht an einzelne spektakuläre Momente gebunden, sondern zeigen sich in der nachhaltigen Entwicklung eines Spielers – insbesondere nach einer Verletzung.

Ein zentraler Meilenstein ist immer dann erreicht, wenn ein verletzter Spieler erfolgreich aufs Eis zurückkehrt. Dabei geht es nicht nur um den Zeitpunkt des Comebacks, sondern vor allem um die Qualität: Kann sich der Spieler wieder schmerzfrei bewegen? Ist er in der Lage, seine volle Leistung abzurufen? Genau das ist für uns der eigentliche Erfolg.

Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass medizinische Richtwerte nicht immer exakt eingehalten werden können. Eine Diagnose mag beispielsweise eine Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen vorgeben – in der Realität kann der Heilungsverlauf jedoch individuell variieren und auch länger dauern. Deshalb betrachten wir jeden Fall differenziert und passen die Behandlung kontinuierlich an den tatsächlichen Fortschritt des Spielers an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Bereitschaft, über den eigenen Fachbereich hinauszudenken. Wenn wir feststellen, dass wir an unsere Grenzen stossen, ziehen wir bewusst zusätzliche Spezialisten hinzu. Das können Ärzte, aber auch ergänzende Therapieformen wie Osteopathie oder Chiropraktik sein. Entscheidend ist immer, dem Spieler die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Der grösste Erfolg für uns als Medical Team ist daher klar definiert: Wenn ein Spieler nach einer Verletzung nicht nur möglichst schnell zurückkehrt, sondern wieder zu 100 % leistungsfähig ist und sein Spiel ohne Einschränkungen ausüben kann. Genau dafür arbeiten wir – jeden Tag.»

Das Interview stammt aus dem Jahr 2025 und wurde im Rahmen unserer Partnerschaft mit dem ZSC geführt.

Was passiert eigentlich abseits des Spielfelds, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Eishockeyspielern geht? Hinter jedem Einsatz auf dem Eis steht ein eingespieltes Team aus Fachpersonen, das sich täglich um Gesundheit, Prävention und Regeneration kümmert. Von der ersten Diagnose über gezielte Therapieansätze bis hin zum erfolgreichen Comeback – die Arbeit des Medical Teams ist ein entscheidender Faktor für nachhaltige Performance im Spitzensport.

Im Gespräch mit Sandro Kolb aus dem Medical Team der ZSC Lions erhalten wir spannende Einblicke in den Alltag hinter den Kulissen. Er erklärt, welche Herausforderungen die Betreuung von Eishockeyspielern mit sich bringt, wie moderne Regenerations- und Präventionskonzepte umgesetzt werden und warum Teamarbeit dabei eine zentrale Rolle spielt.


Verletzungsprävention und -behandlung:
Welche besonderen Herausforderungen bringt die Arbeit mit Hockeyspielern mit sich? Wie sorgt das Team für die optimale Regeneration und Prävention?

Sandro: «Die Arbeit mit Eishockeyspielern bringt besondere Herausforderungen mit sich – vor allem, weil kein Athlet dem anderen gleicht. Jeder Spieler ist individuell: Schmerzgrenzen variieren, Verletzungen unterscheiden sich in Art und Ausprägung, und auch die Wahrnehmung von Beschwerden ist sehr unterschiedlich. Genau diese Individualität steht im Zentrum der medizinischen und therapeutischen Betreuung.

Im Falle einer Verletzung begleiten wir unsere Spieler konsequent durch den gesamten Prozess – von der Erstbehandlung bis hin zum vollständigen Comeback auf dem Eis. Dabei setzen wir auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ein zentraler Partner ist die Schulthess Klinik, mit der wir eng vernetzt sind. Gemeinsam mit Gerry Büsser, Head of Medical Team, gewährleisten wir eine umfassende medizinische Betreuung. Dazu gehören unter anderem bildgebende Verfahren wie Röntgen sowie weiterführende ärztliche Untersuchungen. Auch der Austausch mit weiteren Spezialisten und Partnern ist ein wichtiger Bestandteil unseres Netzwerks.

Ein ebenso zentraler Fokus liegt auf der Prävention. Bereits in der Off-Season wird gemeinsam mit dem Coaching Staff ein gezielter Trainingsaufbau gestaltet, um die Spieler optimal auf die kommende Saison vorzubereiten. Gleichzeitig berücksichtigen wir, dass viele Athleten individuelle Ansätze verfolgen möchten – hier schaffen wir die Balance zwischen strukturiertem Teamkonzept und persönlicher Betreuung. Besonders junge Spieler werden dabei intensiver begleitet, während erfahrene Athleten oft eigenverantwortlicher arbeiten.

Präventive Massnahmen umfassen unter anderem regelmässige Massagen sowie eine kontinuierliche Beobachtung des körperlichen Zustands der Spieler. Sobald sich erste Anzeichen für mögliche Probleme zeigen, greifen wir frühzeitig ein. Ergänzend dazu führen wir regelmässig Tests durch – sowohl im therapeutischen als auch im medizinischen Bereich, teilweise in Zusammenarbeit mit der Schulthess Klinik. Ziel ist es, Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern, bevor daraus ernsthafte Verletzungen entstehen. Diese Kombination aus individueller Betreuung, enger medizinischer Vernetzung und proaktiver Präventionsarbeit bildet die Grundlage für eine nachhaltige Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Spieler.»

Ausrüstung und Unterstützung: Wie wichtig ist die richtige Ausrüstung für die Prävention und Behandlung von Verletzungen? Gibt es spezielle Anforderungen an Materialien oder Designs?

Sandro: «Die richtige Ausrüstung spielt im Eishockey eine entscheidende Rolle – sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung von Verletzungen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Schutz, sondern zunehmend auch um Funktionalität, Gewicht und Materialeigenschaften.

Ein zentraler Faktor ist das Gewicht der Ausrüstung. Gerade bei Schlittschuhen hat sich in den letzten Jahren viel getan: Sie sind deutlich leichter und technologisch moderner geworden. Diese Entwicklung trägt dazu bei, die Belastung für die Spieler zu reduzieren und die Beweglichkeit auf dem Eis zu verbessern. Dennoch besteht weiterhin Optimierungspotenzial.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Einfluss von Feuchtigkeit. Durch intensives Schwitzen während Training und Spiel kann die Ausrüstung zusätzlich an Gewicht zunehmen. Das wirkt sich nicht nur auf die Performance aus, sondern kann auch die Ermüdung erhöhen – ein Faktor, der wiederum das Verletzungsrisiko beeinflussen kann.

Deshalb sind moderne Materialien und durchdachte Designs entscheidend. Sie müssen nicht nur leicht und robust sein, sondern auch atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Ziel ist es, die Spieler bestmöglich zu unterstützen, ohne sie zusätzlich zu belasten.

Insgesamt zeigt sich: Die Ausrüstung ist ein wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Präventionskonzepts – und entwickelt sich stetig weiter, um den hohen Anforderungen im Eishockey gerecht zu werden.»

Regenerationstechniken: Welche Regenerationstechniken setzt ihr in der Saison ein? Hat sich hier durchmoderne Ausrüstung oder Technik in letzter Zeit etwas verändert?

Sandro: «Regeneration ist ein zentraler Bestandteil im Saisonalltag eines Eishockeyspielers. Um die hohe Belastung durch Training und Spiele auszugleichen, setzen wir auf eine Kombination aus bewährten und individuell angepassten Regenerationstechniken.

Zu den klassischen Massnahmen gehören unter anderem Massagen, gezieltes Stretching, Auslaufen sowie Kälteanwendungen wie Cold Tubs. Ergänzend dazu nutzen viele Spieler auch die Sauna zur Unterstützung der Erholung. Grundsätzlich stellen wir ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung – mit dem Ziel, für jeden Athleten die optimale Regenerationsstrategie zu finden.

Denn genau hier liegt der entscheidende Punkt: Regeneration ist hochindividuell. Jeder Spieler hat unterschiedliche Bedürfnisse, reagiert anders auf Belastungen und bevorzugt bestimmte Methoden. Deshalb passen wir die Massnahmen gezielt an den einzelnen Spieler an. Gleichzeitig bringen wir unsere fachliche Expertise ein und beraten aktiv, welche Ansätze aus therapeutischer Sicht sinnvoll sind, um den Spieler möglichst effizient wieder in Topform zu bringen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die enge Zusammenarbeit im gesamten Staff. Gemeinsam mit den Coaches stimmen wir regelmässig ab, welche zusätzlichen oder alternativen Regenerationsmöglichkeiten sinnvoll sind – insbesondere im Bereich der aktiven Erholung.

Auch der tägliche Austausch mit den Spielern spielt eine zentrale Rolle. Viele Athleten kommen eigenständig auf uns zu, wenn sie Unterstützung benötigen. Gleichzeitig behalten wir den Überblick und sprechen Spieler gezielt an, wenn wir feststellen, dass sie längere Zeit keine therapeutische Betreuung in Anspruch genommen haben. Dieser kontinuierliche Dialog ermöglicht es uns, frühzeitig zu reagieren und die Regeneration optimal zu steuern.

So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur auf Methoden basiert, sondern vor allem auf individueller Betreuung, Kommunikation und Vertrauen.»

Zusammenarbeit mit dem Team: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Trainern und Spielern, um eine optimale körperliche Verfassung sicherzustellen?

Sandro: «Die körperliche Verfassung der Spieler auf höchstem Niveau sicherzustellen, ist immer eine Teamleistung. Hinter einem Eishockeyteam steht ein komplexes Netzwerk aus Fachpersonen, die eng zusammenarbeiten und ihre Expertise bündeln.

Die sportliche Leitung liegt beim Headcoach, unterstützt von Assistenztrainern und dem Goaliecoach. Ergänzt wird das Trainerteam durch den Conditioning Coach, der für die athletische Entwicklung und Belastungssteuerung verantwortlich ist. Parallel dazu spielen auch die Materialverantwortlichen eine wichtige Rolle, da sie sicherstellen, dass die Ausrüstung optimal auf die Bedürfnisse der Spieler abgestimmt ist.

Im medizinischen Bereich kümmern wir uns gemeinsam mit unseren Kollegen um die Gesundheit der Spieler – von der Prävention bis zur Rehabilitation. Dabei stehen wir in engem Austausch mit Gerry Büsser, mit dem alle medizinischen Themen abgestimmt werden. Zusätzlich arbeiten wir mit externen Partnern wie Reha for Health zusammen, deren Team gezielt auf die verschiedenen Mannschaften aufgeteilt ist.

Ein zentraler Bestandteil dieser Zusammenarbeit sind regelmässige Meetings. Einmal im Monat findet ein Austausch mit dem gesamten Medical Team statt, um aktuelle Themen, Spielerzustände und weitere Massnahmen zu besprechen. Darüber hinaus ist der tägliche, informelle Austausch mindestens genauso wichtig – sei es im Stadion, auf Reisen oder auch einmal bei einem gemeinsamen Kaffee.

Was diese Zusammenarbeit besonders macht, ist der starke Teamzusammenhalt. Über die Saison hinweg verbringen wir sehr viel Zeit miteinander, oft mehr als mit der eigenen Familie. Durch die vielen Auswärtsspiele und Reisen ist der Alltag fordernd und verlangt auch persönlich einiges ab. Umso wichtiger ist es, dass das Team funktioniert, Vertrauen besteht und man sich gegenseitig unterstützt. Diese enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit bildet die Grundlage dafür, dass wir in jeder Situation das Bestmögliche für die Spieler herausholen können.»

Erfolgserlebnisse: Gibt es einen besonderen Moment in der Saison, in dem die Arbeit des medizinischen Teams einen entscheidenden Unterschied gemacht hat?

Sandro: «Die grössten Erfolgserlebnisse im medizinischen Bereich sind oft nicht an einzelne spektakuläre Momente gebunden, sondern zeigen sich in der nachhaltigen Entwicklung eines Spielers – insbesondere nach einer Verletzung.

Ein zentraler Meilenstein ist immer dann erreicht, wenn ein verletzter Spieler erfolgreich aufs Eis zurückkehrt. Dabei geht es nicht nur um den Zeitpunkt des Comebacks, sondern vor allem um die Qualität: Kann sich der Spieler wieder schmerzfrei bewegen? Ist er in der Lage, seine volle Leistung abzurufen? Genau das ist für uns der eigentliche Erfolg.

Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass medizinische Richtwerte nicht immer exakt eingehalten werden können. Eine Diagnose mag beispielsweise eine Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen vorgeben – in der Realität kann der Heilungsverlauf jedoch individuell variieren und auch länger dauern. Deshalb betrachten wir jeden Fall differenziert und passen die Behandlung kontinuierlich an den tatsächlichen Fortschritt des Spielers an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Bereitschaft, über den eigenen Fachbereich hinauszudenken. Wenn wir feststellen, dass wir an unsere Grenzen stossen, ziehen wir bewusst zusätzliche Spezialisten hinzu. Das können Ärzte, aber auch ergänzende Therapieformen wie Osteopathie oder Chiropraktik sein. Entscheidend ist immer, dem Spieler die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Der grösste Erfolg für uns als Medical Team ist daher klar definiert: Wenn ein Spieler nach einer Verletzung nicht nur möglichst schnell zurückkehrt, sondern wieder zu 100 % leistungsfähig ist und sein Spiel ohne Einschränkungen ausüben kann. Genau dafür arbeiten wir – jeden Tag.»

Das Interview stammt aus dem Jahr 2025 und wurde im Rahmen unserer Partnerschaft mit dem ZSC geführt.